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Mobbing

Was ist Mobbing?

Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet Anpöbeln, Fertigmachen. Bei Mobbing sind nicht die alltäglichen Schulkonflikte gemeint, sondern Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen eine Mitschülerin oder einen Mitschüler gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen. Mobbing steht für alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als eine Mitschülerin oder einen Mitschüler fertig zu machen.

Dazu gehören etwa hinterhältige Anspielungen, kleine Sticheleien, Intrigen, üble Nachreden, Verleumdungen, Demütigungen, Beleidigungen, Psychoterror, Drohungen, Quälereien oder sexuelle und körperliche Belästigungen.

Mobbing zeichnet sich durch eine besondere Gemeinheit aus: Die Ablehnung, der Neid, die Eifersucht, der Hass, die Konkurrenz - oder welche Gefühle auch immer einen Menschen dazu bewegen, einen anderen derart fies zu behandeln - werden nicht offen, sondern hinterrücks ausgetragen und sind oft nicht beweisbar!

Mobbing beginnt harmlos und sein Verlauf ist schleichend. Die Betroffenen nehmen die Gehässigkeiten und dummen Sprüche zuerst auf die leichte Schulter. Niemand will sie wahrhaben. Doch diese Angriffe wachsen sich aus und unterhöhlen das Selbstvertrauen des Opfers. Es verliert zunehmend sein Ansehen in der Klasse/Schule und wird zur offiziellen Unperson gestempelt. Die Mitschüler/innen beginnen sich von der oder dem Betroffenen zu distanzieren und unterschlagen Informationen. Schuldzuweisungen, Verbreitung von Gerüchten beginnen. Die/der Gemobbte wird bei Mitschülern und Lehrern angeschwärzt.

Wie erfolgen die Angriffe auf die Persönlichkeit und sozialen Beziehungen?
· Ständige Kritik an der Leistung (Abwertung)
· Ständige Kritik am Privatleben, am Aussehen, an der Kleidung, an den Freunden, Eltern, an der         
   persönlichen finanziellen Situation…
· Telefonterror
· mündliche Drohungen, schriftliche Drohungen
· Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten
· Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen
· Man lässt sich nicht ansprechen.
· Betroffener wird wie Luft behandelt
· Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder Beleidigungen nach
· Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote
· Körperliche Gewalt, Schlagen, Schupsen, Treten, Provokationen,…

Welche Auswirkungen hat dieses Verhalten auf das soziale Ansehen?
· Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
· Man verbreitet Gerüchte und spielt die anderen gegeneinander aus
· Man macht jemanden lächerlich.
· Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
· Man macht sich über seine Leistung oder Unterrichtsbeitrag lustig
· Man macht sich über eine Beeinträchtigung, Behinderung lustig.
· Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
· Man macht sich über das Privatleben lustig.
· Man macht sich über die Nationalität und das Aussehen lustig.
· Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
· Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.
 

Wer sind die Täter/innen?
Kinder und Jugendliche, die andere mobben, haben meist ein schwaches Selbstbewusstsein und Minderwertigkeitskomplexe. Sie wollen von ihren eigenen Fehlern und Schwächen ablenken, indem sie die Aufmerksamkeit auf andere richten. Dadurch fühlen sie sich besser und die anderen lassen sie in Ruhe.
Am Mobbing können Mitschüler/innen beteiligt sein, ebenso wie Lehrer/innen. Dasselbe gilt für die Welt der Erwachsenen. Dort sind es Vorgesetzte und/oder Arbeitskollegen/inne.

Es gibt immer einzelne Personen, von denen die Handlungen ausgehen. Dann gibt es aber immer viele Mittäter und Mitläufer, die dabei mitmachen, oder es akzeptieren und nichts dagegen unternehmen. Nur durch diese Masse ist es den Tätern erst möglich, es soweit kommen zu lassen!

Was sind ihre Gründe zu mobben?
· um schlechte schulische Leistungen zu überspielen
· aus Neid oder Eifersucht
· Zur Ablenkung von eigenen Schwächen, Unsicherheiten und Komplexen
· zur Festigung des eigenen Gemeinschaftsgefühls („Gemeinsam sind wir stark!“, „Alle gegen Einen“)
· als Entlastungsventil für eigene Aggressionen
· um sich die Anerkennung zu holen, die man zu Hause nicht bekommt
· aus Angst in der Schule zu versagen
· aus Angst nicht ausreichend beachtet zu werden oder selbst zu den Mobbing - Opfern zu gehören
· Um eigene Minderwertigkeitskomplexe an Mitschülern auszuleben

Mach dir folgendes klar: In fast jedem von uns schlummert die Neigung zu unfairem Verhalten. Es liegt in der Natur der Dinge, dass man lieber austeilt, als einsteckt. Jeder hat auch schon Neid und Missgunst verspürt. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Leider hat nicht jeder eine starke Persönlichkeit um damit klar zu kommen und lässt lieber alles an anderen aus!

Was kannst du machen?
· Wenn du selbst betroffen bist, oder mitbekommst, dass andere gemobbt werden, dann rede darüber!
   Warte nicht, dass es irgendwann wieder von selbst aufhört.
· Beobachte die Klasse und finde raus, ob es noch weitere Opfer gibt.
· Sprich mit deinen Klassenkameraden und lass dir erzählen, was ihnen schon alles passiert ist.
· Macht zusammen eine Liste, in der ihr aufschreibt wer von wem gemobbt wurde. Schreibt auch
   Kleinigkeiten auf. Verschafft euch einen Überblick über die Art und Dauer dieser Belästigungen (seit
   wann geht das schon so? Wer macht was?....)
· Schreibt auf, von wem diese Taten ausgehen. Wer ist der Initiator, wer sind die Mitläufer
· Sprich mit anderen Schülern, die keinen so schwachen Charakter haben und tue dich mit ihnen
   zusammen. Lasst euch nicht mehr gegenseitig ausspielen und haltet zusammen.
· Seid ehrlich zueinander und lacht nicht auf Kosten anderer
· Gehör nicht zu der schweigenden Masse, die alles hinnimmt. Sag laut, wenn du eine negative
   Äußerung oder Beleidigung nicht gut findest.
· Sprich die „Mitläufer“ einzeln an und frage, warum sie da mitmachen. Vielleicht ist ihnen gar nicht 
   bewusst, was da läuft und was für Auswirkungen das für die betroffenen Mitschüler hat. Oft werden sie
   nur „benutzt“ und haben Angst, dass sie selbst zum Opfer werden. Mach ihnen klar, dass sie auch
   anders Anerkennung von anderen bekommen können und es bessere Freunde als diese
   Intrigenspinner gibt!
· Sprecht  die Schüler/innen an, die für die Situation zuständig sind und stellt sie zur Rede.
   Aber Achtung: Mobbing lässt sich schlecht nachweisen und die meisten Mobber verstehen es bestens
   sich herauszureden und schieben die Schuld auf die anderen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr vorher
   miteinander redet und Fakten habt.
· Erzähl den Lehrern (Klassenlehrer/Vertrauenslehrer/Schulleitung) und deinen Eltern davon. Auch die
   Eltern der Täter/innen müssen informiert werden. Die Mobber müssen spüren, dass ihr Verhalten
   negative Konsequenzen für sie hat.

Wichtig: Wer gemobbt wird, muss sich wehren!
Das Problem ist nämlich, dass man die Mobber unterstützt, wenn man sie einfach machen lässt, da sie keinen Widerstand bekommen und so ihr Erfolgserlebnis haben!